15.12.2016
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Beteiligtenversammlung ILE Gäuboden

Ländliche Entwicklung 2.0 im Gäuboden weiter auf Erfolgsspur

Zur letzten Beteiligtenversammlung haben sich am Freitag den 09.12.2016 die Gemeinden der ILE-Gäuboden getroffen. Auf der Tagesordnung standen unter anderem die Fertigstellung des Rad- und Kernwegenetzkonzeptes sowie die offizielle Übergabe des fertigen FTTH-Masterplans durch das Büro IK-T an die Bürgermeister. Des weiteren wurde beschlossen, dass jedes Jahr innerhalb der ILE-Gäuboden das Kulturmobil des Bezirks von Niederbayern gastieren soll.

Die Erstellung eines gemeinsamen Rad- und Kernwegenetzkonzeptes beschäftigt die Gemeinden der ILE-Gäuboden schon seit längerem. Nunmehr tragen die Arbeiten Früchte. Frau Dipl. Ing. Roswitha Schanzer vom Planungsbüro MKS aus Ascha hat den Gemeinden die beinahe fertigen Konzepte vorgestellt. Entstanden sind diese überwiegend aus den Bedürfnissen der Landwirtschaft für Kernwege und der örtlichen Bevölkerung für die Radwege heraus. Mit den gemeinsamen Konzepten, welche Gemeindeübergreifend abgestimmt sind, kann nun mit Bedacht und unter Zuhilfenahme verschiedenster Fördermöglichkeiten die Umsetzung angegangen werden. Problematisch wird sich jedoch der Grunderwerb darstellen. Für den Bau sogenannter landwirtschaftlicher Kernwege, das sind Wege welche besonders überregionale Bedeutung haben und für die heutigen Geräte ausgelegt sind, sind die technischen Anforderungen für den Straßenbau genau zu beachten. Oftmals wird der Gemeindegrund zu schmal sein und, dort wo es geht, ein Grunderwerb erforderlich werden. Die Umsetzung ist daher eine Aufgabe, welche die Gemeinden noch viele Jahre beschäftigen wird.

Besonders erfreulich war die anschließende Entgegennahme der FTTH-Masterplanung vom Büro IK-T aus Regensburg. FTTH bedeutet Fibre to the Home (also Glasfaser bis in jedes einzelne Wohngebäude bzw. Geschäftsgebäude)

Ein bayernweit einzigartiges Projekt konnte mit einer makellosen Erfolgsbilanz zum Abschluss gebracht werden. Durch die parallele Ausarbeitung und engen Abstimmung des Rad- und Kernwegenetzes mit der FTTH-Masterplanung konnten diese Trassen genutzt werden. Hierdurch können bei vorausschauender Bauausführung rund 2/3 bei den Glasfasererschließungen eingespart werden. Wenn man bedenkt, dass ca. 56 mio. Euro insgesamt nötig wären, um alle Objekte in den Gemeinden, welche am FTTH-Projekt beteiligt waren, mit Glasfaser anzuschließen, ist dies ein enormer Synergieeffekt. Mit dem Masterplan haben die Gemeinden nun eine fundierte Planungsgrundlage um bei gemeindlichen Bauprojekten gleich die richtigen Leitungen mit zu verlegen. Über die Jahre hinweg entsteht so ein weit verzweigtes Glasfasernetzt welches die Gemeinden entweder selber betreiben, vermieten oder verkaufen kann. Außerdem steht es jeder Gemeinde frei, bereits bestehende Ortsteile gänzlich neu mit Glasfaser bis ins Haus zu erschließen. Hierzu wären jedoch nicht nur im öffentlichen Straßengrund sondern auch im Privatgrund Grabungen notwendig. Die Umsetzung ist daher jeder einzelnen Gemeinde selbst überlassen. Insgesamt müssten rund 25.000 Anschlüsse hergestellt werden.

Damit könnten die Gemeinden das superschnelle Internet in Ihre Fläche bringen. Während in den 60er bis 90er Jahren die Straßen- und Wegemäßige Erschließung im Fokus der Gemeinden stand, ist es nunmehr die digitale Infrastruktur. Die Maßnahme, welche bisher bayernweit einmalig ist, wird daher gerne auch als “Ländliche Entwicklung 2.0” bezeichnet. Gefördert wurden die Planungen vom Amt für Ländlich Entwicklung Landau a.d. Isar.

Weitere Beratungsgegenstände waren eine mögliche kleine Feier bzw. eine Teilnahme am Regionaltag 2017 zum 5-jährigen Bestehen der ILE-Gäuboden. Intensiv diskutierten die Bürgermeister auch über mögliche Heißwasser-Unkrautvernichtungsmaschinen bzw. Kehrmaschinen. Hier wird im Lauf des Sommers 2017 eine weitere Entscheidung nach einer Testphase anstehen. Die Gemeinde Leiblfing informierte die Beteiligten über die gemeinsamen Sportveranstaltungen. Diese erfreuen sich sehr großen Zuspruchs und die Organisation und Durchführung durch die Gemeinde Leiblfing funktioniert hervorragend.

Frau Bürgermeisterin Unger und Vorsitzende der ILE-Gäuboden im Jahr 2016 bedankte sich bei allen Beteiligten für die konstruktive und engagierte Zusammenarbeit in diesem Jahr. Im nächsten Jahr wird die Gemeinde Irlbach den Vorsitz übernehmen.

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