23.03.2016
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Gemeindeübergreifender Infoabend am 04.03.2016

Moderne Jugendarbeit in Vereinen

Die Mitgliedsgemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Straßkirchen, die Gemeinde Irlbach und Straßkirchen, konnten bereits zum dritten Mal zu einer Informationsveranstaltung für die Verantwortlichen in den Vereinen einladen. Am 4.3.16 fand im Irlbacher Gasthof "Auer" das Thema "Moderne Vereinsjugendarbeit" beim diesjährigen Informationsabend Beleuchtung. Vereinsvorsitzende und Gemeinderatsmitglieder waren gekommen, um sich über die aktuellen Gegebenheiten für eine moderne Jugendarbeit zu informieren. Bürgermeister Peter Bauer führte zu der spannenden und wichtigen Thematik ein. Martin Holzner vom Bayerischen Jugendring (BJR) referierte ausführlich und sachkundig zu dem umfangreichen Themenbereich. Die Arbeit in den Vereinen - insbesondere in der Jugendarbeit - sei anstrengend aber auch motivierend. Gerade für die Jugendleiterinnen und Jugendleiter und deren enormen Aufwand gelte klar: "vielfältiges ehrenamtliches Engagement verdient gesellschaftliche Anerkennung", so Holzner. Holzner stellte zu Beginn seiner Ausführungen den Anteil von ehrenamtlich aktiven Menschen abhängig vom Lebensalter und vom Bildungsstand vor. Besonders wichtig sei hier der Bereich der Jugendarbeit, da gerade die ehrenamtlich hier aktiven Vereinsmitglieder später auch für die Übernahme von Vereinsfunktionen vorgeprägt werden. Bei dem Lichtbildervortrag gab es zahlreichen Anregungen für die Vereinsverantwortlichen, wie und wo ihre Tätigkeit im Vereinsvorsitz erleichtert werden könnte und wie moderne Jugendarbeit eingebunden werden kann. Holzner ging auch auf Ergebnisse der langjährigen Shell Jugendstudien ein.

Die Shell Jugendstudie ist eine empirische Untersuchung der Einstellungen, Werte und Empfindungen die vom Mineralölkonzern Shell seit 1953 herausgegeben wird. Sie hat sich in den letzten Jahrzehnten als ein Bestandteil einer umfassenden Sozialberichterstattung etabliert und wird in Fachkreisen als Referenzwerk wahrgenommen.

Im Abstand von etwa vier Jahren wird die Studie bei einem Wissenschaftlerteam in Auftrag gegeben. Holzner erläuterte, dass die mittlerweile neueste Studie 2015 die Jugend bewusster auch gegenüber Kultur und eigenen Traditionen darstellt. Dies decke sich auch mit seinen eigenen Erfahrungen und er sei bayernweit seit vielen Jahren mit den Verantwortlichen in der Jugendarbeit in Kontakt. Die meisten Jugendleiterinnen und Jugendleiter in Bayern sind nach den Qualitätsstandards des BJR ausgebildet. In seinem Vortrag sprach er über den "Ehrenamtsnachweis Bayern", einer Anerkennung für jährlich mindestens 80 Stunden bürgerschaftliches Engagement. Der Ehrenamtsnachweis besteht aus einer Urkunde und einem Beiblatt, in welchem die im Ehrenamt erworbenen Fähigkeiten und die eingebrachten Kenntnisse aufgeführt sind. Es wurde auf die entsprechende Plattform hingewiesen. Auch die "Bayerische Ehrenamtskarte" stellte Martin Holzner vor: Ehrenamtliche, die sich mindestens fünf Stunden pro Woche über mindestens zwei Jahre hinweg engagieren, erhalten diese Anerkennung in Scheckkartenformat. Mit der Ehrenamtskarte erhält man Rabatte und Vergünstigungen bei rund 3.500 Akzeptanzstellen in ganz Bayern. Besondere Erläuterungen gab Holzner zur JULEICA - der Jugendleiterkarte.
Die Jugendleitercard erhalten bundesweit Mitarbeiter in der Jugendarbeit. Diese müssen dort ehrenamtlich für einen Träger der freien Jugendhilfe oder für einen Träger der öffentlichen Jugendhilfe tätig sein. Dabei müssen sie nach bestimmten Standards zu dieser Arbeit qualifiziert sein. Sie umfassen in der Regel einen Gruppenleiter-Grundkurs mit 34 Stunden und eine neun Unterrichtseinheiten umfassenden Grundausbildung in Erste-Hilfe.. Der Vorsitzende des Kreisjugendringes Straubing-Bogen, Robert Dollmann, legte allen Gruppenleitern die Jugendleitercard ans Herz. Mit dieser Karte erhält man im Landkreis verschiedene Vergünstigungen wie Fahrermäßigungen oder andere Rabatte. Dollmann klärte auch über den neuen Jugend-Taxi auf. Seit November 2015 können junge Leute zwischen 14 und 26 Jahren im Landkreis Straubing-Bogen für die Hälfte des regulären Fahrpreises Taxi fahren. Sie müssen dazu nur vorher Wertschecks bei ihrer Gemeinde oder dem Kreisjugendring kaufen. Die Schecks sind 5, 10 oder 20 Euro wert und kosten jeweils nur die Hälfte. Jeder darf im Monat Wertschecks im Gesamtwert von 60 Euro kaufen. Fünf beteiligte Taxiunternehmen akzeptieren die Wertschecks. Deren Fahrer müssen das Alter der Fahrgäste prüfen. Unrunde Beträge können bar aufgezahlt werden. Übersteigt ein Gutschein den Fahrpreis, ist keine Barauszahlung möglich. Die Schecks gelten für Transfers, die im Landkreis beginnen oder enden. Zeitlich sind sie auf Freitage, Samstage und die Tage vor Feiertagen zwischen 18 und 6 Uhr morgens begrenzt. Der Landkreis zahlt die andere Hälfte des Fahrpreises als Zuschuss. Eine Ermäßigung um weitere 50 Prozent bekommen die Inhaber eines "Juleica" genannten Ausweises, der an ehrenamtliche Mitarbeiter in der Jugendarbeit ausgegeben wird. Sie bezahlen im Endeffekt nur ein Viertel des Taxi-Tarifs.
Bürgermeister Christian Hirtreiter, kündigte an, dass auch im Jahr 2017 ein entsprechender Informationsabend -dann in einer Veranstaltungsörtlichkeit in Straßkirchen - für Vereinsverantwortliche der Gemeinden Irlbach und Straßkirchen - organisiert wird.

Foto: Moderne Jugendarbeit mit einem Experten des Bayerischen Jugendrings bei einer Vereinsverantwortlichenversammlung innerhalb der Verwaltungsgemeinschaft Straßkirchen thematisiert:
von rechts: Bürgermeister Peter Bauer (Irlbach), Kreisjugendringvorsitzender Robert Dollmann, Martin Holzner (Bay. Jugendring) und Bürgermeister Christian Hirtreiter (Straßkirchen)

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